Landaus Schnellkritik
Kritik von Literatur outdoors
„Ein brillianter satirisch messerscharfer Theaterabend!“
Das Wiener Schauspielensemble „Il Vero Teatro“ setzt das satirische Drama der vielseitigen wie prägenden Künstler der österreichischen Kabarett-, Fernseh-, und Theaterszene nach 1945 Helmut Qualtinger (1928-1986) und Carl Merz (1906-1979) in einem brillanten tiefschwarz komödiantischen Feuerwerk auf die Bühne, das begeisternd staunen lässt.
Kritik von Kultur und Wein
Sie war zwölf, als sie mit dem weit älteren Ray Geschlechtsverkehr hatte, übrigens mit beiderseitigem Einverständnis, soweit man bei einem Kind von einem solchen überhaupt sprechen darf. Ein Missverständnis hat in selbiger Nacht dazu geführt, dass dieses verbotene Verhältnis aufflog. Ray, so sein Name, wurde daraufhin wegen Missbrauchs einer Minderjährigen verurteilt.
Kritik von Kultur und Wein
Charles Dickens war offenbar ein Fan von Weihnachten. Wie sonst wäre ihm eine der schönsten Geschichten zu diesem Fest eingefallen!? Er erfindet einen mieselsüchtigen Alten namens Scrooge, für den Schenken und beschenkt werden nichts als Humbug ist. Seine Buchhaltung macht auch am Heiligabend keine Pause und, so denkt er, müssten es auch die anderen halten, zum Beispiel sein Kontorist Bob Cratchit.
Kritik von Kultur und Wein
Der britische Schauspieler, Komponist und Schriftsteller Sir Noël Pierce Coward (1899-1973) ist nicht davor zurückgeschreckt, den unwahrscheinlichsten Zufall zum Ausgangspunkt eines heiteren Beziehungsdramas zu machen. Man darf ihm zugute halten, dass er seine Landsleute kennt und mit deren Phantasielosigkeit rechnet. Wie sonst wäre es zu erklären, dass zwei geschiedene Eheleute nach neuerlicher Trauung mit dem jeweils anderen Partner just im selben Hotel irgendwo an der doch sehr langen französischen Küste absteigen, das Zimmer nebeneinander beziehen und das zur gleichen Zeit?
Kritik der Kultur-Schatulle
Ein Anwesen auf einer einsamen kleinen Insel, vor der südenglischen Küste nahe Devon gelegen, ist der Schauplatz für Agatha Christies Meisterwerk „Und dann gab’s keines mehr“. Acht Personen werden für ein Wochenende dorthin eingeladen, die weder einander, noch ihren Gastgeber persönlich kennen. Vor Ort werden die Gäste bereits von Mr. und Mrs. Rogers, dem Hausangestellten-Ehepaar, erwartet. Auch diese befinden sich erst seit Kurzem auf der Insel und sind ihrem Arbeitgeber noch nie zuvor begegnet.
Kritik von Kultur und Wein
Peter, ein biederer Verlagsangestellter, genießt die Sonntagnachmittage auf einer Bank im Central Park von New York. Er will nichts als im Sonnenschein sitzen und lesen. An diesem Tag ist ihm jedoch auch dieser doch bescheidene Luxus nicht gegönnt. Ein Rumtreiber namens Jerry erscheint und beginnt auf Peter einzureden und ignoriert geflissentlich die unausgesprochene Ablehnung einer Unterhaltung seitens von Peter. Er penetriert den anderen mit Fragen, der mit halbherzigen Antworten seine Ruhe wieder zu gewinnen sucht.
Kritik von Edwin Baumgartner (Wiener Zeitung)
War das jetzt ein schöner Abend!
Kein Weihnachten ohne „A Christmas Carol“ nach Dickens! Heuer im Theater Center Forum, gespielt von der Gruppe il vero teatro. Also, wenn es um die „Weihnachtsgeschichte“ geht, bin ich ja eher gourmand als gourmet. Ich mag sie, ob sie nun von Spitzenschauspielern gespielt wird oder von Laien – und ganz ehrlich: mit Laien hat sie ihren eigenen Reiz. Im Forum waren Profis am Werk – und das hat man gemerkt. Martin Ploderer knurrt den Scrooge wunderbar und schafft es, dass man ihm sowohl den freudlosen Geizhals glaubt als auch die allmähliche Verwandlung in den gütigen, warmherzigen Mann, der er am Schluss ist. Das Ensemble ist glänzend, ausgesprochen sympathisch, jede Figur mit einem eigenen Charakter oder fallweise auch als herrlich übertriebene Groschenheft-Gestalt. Man spielt nahezu ohne Dekoration in gesprochener Kulisse, und das funktioniert glänzend. Veronica Buchecker hat die Erzählung geschickt adaptiert und inszeniert – und dabei die Tiny-Tim-Szenen kitschfrei gehalten. Dennoch, ich gesteh’s: Ich war bewegt und gerührt, wenn der junge Scrooge seine geliebte Belle gehen lässt und der unsichtbar anwesende alte Scrooge ihm zuruft: „Lauf ihr nach!“ Oder, wenn Scrooge, unsichtbar, den schönen Weihnachtsfesten bei seinem Angestellten und seinem Neffen zusieht und mit einem Mal auch so feiern möchte und erkennt, was er in seinem Leben versäumt hat.
Einfach eine schöne Produktion!
Kritik von Kultur und Wein
Für einen Schriftsteller dürfte es wohl das Schlimmste sein, wenn ihm nichts mehr einfällt. Schreibblockaden sind der Literaturgeschichte von den Größten dieses Genres bekannt. Man darf sich also nicht wundern, wenn so einer, ein einst Gefeierter, auf die dümmsten Gedanken kommt, vor allem, wenn er einen Schüler
erleben muss, der frisch fröhlich die besten Geschichten in die Tasten hämmert. Neid ist eine der Todsünden und kann durchaus tödlich sein, nämlich für den anderen, dem für seine Arbeit Erfolg und viel Geld winken. Wenn sich das Ganze noch dazu im Milieu von Bühnenautoren abspielt, von denen erwartet wird, dass ihre Stücke, also Thriller, das Publikum so richtig schocken, dann sind der finsteren Fantasie keine Grenzen gesetzt. Mord und Todschlag, ein tosender Gewittersturm inklusive einer Wahrsagerin, die mit düsteren Prophezeiungen alles andere sparsam ist, das sind doch feine Zutaten für einen Thriller, der sich vor den Augen der Zuschauer von der ersten bis zur letzten Szene vollgepackt mit überraschenden Wendungen entwickelt.